Rocaille

Café | Bistro | Weinbar

Das vor kurzem eröffnete Rocaille wurde mir von einem befreundeten Kenner der Szene empfohlen und so verschlug es mich an einem Mittwoch zur Mittagszeit nach Derendorf, um den Laden "anzutesten". Online habe ich im Vorfeld gesehen, dass es sich um eine Kombination aus Café, Bistro und Weinbar handelt - klingt jetzt erstmal nicht danach, als wenn jemand das Rad neu erfunden hat und gefühlt fallen mir zehn Läden ein, auf die diese Beschreibung passen würde. Meine Erwartungen waren demnach weder besonders hoch, noch besonders niedrig - ich war wie immer einfach gespannt auf möglich neue Eindrücke. Und davon sollte ich wirklich jede Menge bekommen!

Von außen wirkt das Rocaille wie ein typisches Bistro doch beim Betreten wird mir nach und nach klar: Hier ist einiges anders! Ich stehe vor einer herrlich einladen Theke - unter mir ein schwarz und weiß gefliester Boden, wobei ich erst auf den zweiten Blick und wieder drei Schritten zurück bemerke, dass das Muster einen Totenschädel ergibt. Die Theke selbst ist von außen verziert mit Holz von alten und neuen Weinkisten und die Banner von Weingütern wie Bürklin-Wolf, Petrus, Gaja und Co. lachen mich freudig an. Bestückt ist die Theke mit den allerfeinsten Leckerein und Sahneschnittchen der französische Patisserie. Beeindruckend.  

Ich trete ein in den Speiseraum und sofort springt mir ein "Wandgemälde" ins Auge auf dem alle möglichen Weltstars in lustiger, geselliger Runde beisammen sitzen - allen voran, der kürzlich von uns gegangene Lemmy von Motörhead, der sich mit seiner ganz persönlichen, allerdings barbusigen Sahneschnitte auf dem Schoß vergnügt. Bämm!

Und als wenn das noch nicht genug an unerwarteten Eindrücken wäre, lächelt mich auf meinem Weg zu einem der hinteren Tische, aus einem tiefroten Nebenraum wieder ebenjeder Lemmy an - diesmal auf einem fetten Portrait, auf dem er locker lässig an einer Theke mit Whiskey und Kippe verweilt. Hardrock meets französisches Bistro.

Nun aber zum Essen: Die Speisekarte findet auf einer DIN A4 Seite Platz, ist aber trotzdem umfangreich und geprägt von einfacher, guter Bistroküche, gepaart mit einige italienischen und regionalen Gerichten. So stehen als Starter beispielsweise Flammkuchen und Quiche neben Crostoni und dreierlei von der toskanischen Bruschetta. Dazu gesellen sich noch Salate und Suppen, sowie als Hauptspeisen einige Fisch- und Fleischgerichte. Alles hausgemacht und garantiert kein Convenience wie mir vom Inhaber versichert wird.

Spannend wird es dann wieder, als ich die nächsten Seiten auf dem Klemmbrett aufschlage, nämlich die mit den Weinen. Ich erblicke Winzer und Weine die ich in den ganz feinen Restaurants erwartet hätte, aber mit Sicherheit nicht hier: Weingut Keller steht mit drei Jahrgängen vom Kirchspiel, fünf vom Hubacker und einer Abtserde zur Auswahl - alles große Gewächse die vom Preis her zwischen 75 und 250 EUR sehr großzügig kalkuliert sind. Neben weiteren deutschen Bekanntheiten wie Dönnhoff, Haag, Prüm, Müller und Co. sind aber auch Grand Cru von Lafite und Mouton zu haben, darunter auch der 1996er für 1.490 EUR. Und ich könnte hier noch ohne Ende weiter aufzählen, denn die Karte umfasst knapp 1000 Positionen. Chapeau!

An dieser Stelle wurde es Zeit, dass der Chef an den Tisch kommt und mir mal erzählt, was in dem Laden hier abgeht. Während meine Bestellung (Flammkuchen Elsässer Art und die BIO-Bratwurst) in die Küche weitergegeben wird, erzählt mir Michael Spreckelmeyer ein bisschen was zu dem Konzept des Rocaille, welches er mit seiner Lebensgefährtin Alexandra Wende betreibt. Die beiden wollen von der "einfachen" Küche aus Frankreich, Italien und Regionalitäten das Beste bieten das es gibt - in einem ungezwungene, einfachen und schicken Ambiente.

Uns so ist auch wirklich für eine Anlass des Tages etwas dabei: Morgens mit herausragen Kaffeespezialitäten, Mittags und abends mit solider Bistroküche, zwischendurch mit herrlichen Produkten aus der Patisserie und zum Abschluss des Tages als Weinbar. Wirklich TOP.

Nach meinem Essen, welches übrigens wirklich sehr gut war, darf ich noch einen Blick hinter die Kulissen werfen und mich von der wirklich hervorragenden Qualität der verwendeten Produkte, aber auch von der Sauberkeit und den neuesten Gerätschaften überzeugen. Zum Abschluß geht es noch kurz in Michael Spreckelmeyers' "heiligen Raum", dorthin, wo seine beeindruckende Weinauswahl lagert. Spätestens hier wird mir klar: Ich werde sicherlich in naher Zukunft wieder vorbeischauen - nachdem ich meine Eindrücke von heute verarbeitet habe...


Den aktuellen ClubVorteil des Rocaille finden SIe hier.

Speisen & Weine
französisch, deutsch, italienisch
Kontakt & Infos
Rocaille
Weißenburgstraße 19
40476 Düsseldorf
Tel: 0211 - 97 71 17 37
Öffnungszeiten
So: geschlossen
Mo: 10:00 - 23:00
Di: 10:00 - 23:00
Mi: 10:00 - 23:00
Do: 10:00 - 23:00
Fr: 10:00 - 23:00
Sa: 10:00 - 23:00
Küchenchef
Auszeichnungen
Spezialität des Hauses
Patisserie
Sitzplätze
40
Zahlungsmöglichkeiten
EC
Preisklasse
normal